12 Pfeile von Ziegenhain in die Welt
Mitmachprojekt zur Konfirmation weltweit startet

Der Rotary Club Schwalmstadt begleitet und unterstützt die Weiterentwicklung der von Schülerinnen und Schülern entworfenen Wegweiser-Stele zu einem internationalen
Bildungs- und Begegnungsprojekt. Mit Unterstützung des Vereins zur Förderung der Konfirmationsstadt e.V. entsteht daraus ein Mitmachangebot für Schulen,
Kirchengemeinden, Konfirmandengruppen, Sprachpaten und internationale Partner.
Schwalmstadt-Ziegenhain. Vor dem Museum der Schwalm in Ziegenhain steht eine besondere Stele: Zwölf Pfeile weisen in zwölf Länder, in denen die Konfirmation gefeiert wird. Was zunächst als sichtbares Zeichen für die internationale Bedeutung der Konfirmation entstand, soll nun mit Leben gefüllt werden.
Unter dem Titel „12 Pfeile – Konfirmation weltweit“ startet ein neues Mitmachprojekt. Ziel ist es, aus den zwölf Pfeilen zwölf lebendige Verbindungen zu Menschen, Jugendlichen, Kirchengemeinden, Schulen und Konfirmandengruppen in verschiedenen Teilen der Welt entstehen zu lassen. Der Rotary Club Schwalmstadt unterstützt diesen nächsten Entwicklungsschritt und bleibt dem
Projekt als wichtiger Partner verbunden.
Vom Rotary-Wettbewerb zum internationalen Mitmachprojekt
Der Ausgangspunkt war ein Schulprojekt der Carl-Bantzer-Schule: Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an einem Wettbewerb des Rotary Clubs Schwalmstadt und überzeugten mit ihrer Idee für eine Stele mit zwölf Richtungspfeilen. Der Wettbewerb gab der Idee den Rahmen und machte den Weg für ihre konkrete Umsetzung frei.
Der Rotary Club Schwalmstadt beließ es nicht bei der Auszeichnung des Entwurfs: Er griff die Idee auf, finanzierte die Herstellung der Stele und ermöglichte damit ihre dauerhafte Realisierung vor dem Museum der Schwalm. Maßgeblich vorangetrieben wurde das Vorhaben unter dem damaligen Rotary-Präsidenten Jürgen Viehmeier. Auch beim Ausbau der Stele zu dem internationalen Bildungs- und Begegnungsprojekt „12 Pfeile – Konfirmation weltweit“ begleitet und unterstützt der Rotary Club Schwalmstadt die weitere Entwicklung. Damit bleibt Rotary ein zentraler Partner des Projekts.
Urheber und Ideengeber des neuen Mitmachprojekts ist Gerhard Reidt. Er hat bereits verschiedene historische und kulturelle Projekte in Schwalmstadt konzipiert und realisiert, darunter Vorhaben zur Festung Ziegenhain und zur Konfirmationsstadt, und entwickelte für „12 Pfeile – Konfirmation weltweit“ das inhaltliche Gesamtkonzept.
Die Umsetzung erfolgt mit Unterstützung des Vereins zur Förderung der Konfirmationsstadt e.V., der das Vorhaben in das Umfeld der Konfirmationsstadt Schwalmstadt-Ziegenhain einbindet.
Zu jedem Pfeil entstehen eigene Inhalte
Zu jedem der zwölf Länder sollen schrittweise eigene Beiträge entwickelt werden. Geplant sind unter anderem:
• Informationen über die Konfirmation und die kirchliche Situation im jeweiligen Land,
• kurze Videos und Interviews,
• Berichte von Jugendlichen, Familien und Kirchengemeinden,
• Bilder von Kirchen, Konfirmationsfeiern und Gemeindeleben,
• Unterrichts- und Workshopmaterialien,
• Beiträge von Schulen und Konfirmandengruppen sowie
• mehrsprachige Texte und Videobotschaften
QR-Codes sollen die Stele mit den digitalen Länderbeiträgen verbinden. Besucherinnen und Besucher können dadurch direkt vor Ort mit dem Smartphone erfahren, wie junge Menschen in anderen Ländern auf ihre Konfirmation vorbereitet werden, welche Bedeutung das Fest dort besitzt und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt.
Die Inhalte werden außerdem über die Internetseite www.12-arrows.org zugänglich gemacht. Kurze Videos und sogenannte Shorts sollen insbesondere junge Menschen erreichen und die Länderbeiträge anschaulich und verständlich erzählen.
Schulen und Konfirmandengruppen können Länder übernehmen
„12 Pfeile – Konfirmation weltweit“ ist ausdrücklich als Mitmachprojekt angelegt. Schulen, Schulklassen und Konfirmandengruppen können sich mit einem der zwölf Länder beschäftigen, Informationen recherchieren, Kontakte aufbauen und eigene Beiträge entwickeln.
Dabei geht es nicht nur um historische oder kirchliche Fakten. Gefragt sind persönliche Geschichten und authentische Einblicke: Wie läuft der Konfirmandenunterricht in Finnland ab? Welche Bedeutung hat die Konfirmation für Jugendliche in Südafrika? Wie feiern evangelische Gemeinden in Chile, Portugal oder den USA? Und welche Rolle spielen Familie, Gemeinde und Tradition?
Auch Gemeinden und Einzelpersonen mit Kontakten in eines der zwölf Länder können das Projekt unterstützen. Gesucht werden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort, Fotos, kurze Videobotschaften, Erfahrungsberichte und Hinweise auf kirchliche oder schulische Partner.
Sprachpaten und internationale Kontakte gesucht
Damit Beiträge möglichst auch in den jeweiligen Landessprachen veröffentlicht werden können, sucht das Projekt Sprachpaten. Sie können bei Übersetzungen helfen, Kontakte begleiten oder kurze Texte und Videobotschaften sprachlich prüfen.
Willkommen sind Menschen mit Kenntnissen unter anderem in Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Finnisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Isländisch oder weiteren für die beteiligten Länder wichtigen Sprachen.
Auch Rotary Clubs, Auslandsgemeinden, Partnerschaftsvereine, Schulen, kirchliche Einrichtungen und internationale Netzwerke sind eingeladen, Kontakte zu vermitteln.
Verbindung zur Bewerbung als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO
Das Projekt steht zugleich im Zusammenhang mit der Bewerbung „Konfirmation in Schwalmstadt-Ziegenhain“ um die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.
Die besondere historische Rolle Ziegenhains reicht bis zur Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung von 1539 zurück. Entscheidend für eine solche Bewerbung ist jedoch nicht allein die Geschichte. Immaterielles Kulturerbe muss heute gelebt, vermittelt und an kommende Generationen weitergegeben werden.
„12 Pfeile – Konfirmation weltweit“ macht diese Weitergabe konkret sichtbar. Jugendliche werden nicht nur als Zuschauer angesprochen, sondern können selbst recherchieren, gestalten, erzählen und internationale Kontakte aufbauen. Aus einem historischen Thema wird damit ein moderner Lern- und Begegnungsraum.
Aus zwölf Pfeilen sollen zwölf lebendige Verbindungen werden
Das Projekt wird schrittweise aufgebaut. Nicht alle Länderbeiträge müssen gleichzeitig fertiggestellt
werden. Entscheidend ist, mit ersten Schulen, Gemeinden und Partnern zu beginnen und das Netzwerk kontinuierlich wachsen zu lassen.
Die Stele bildet dafür den sichtbaren Ausgangspunkt. Gemeinsam schaffen der Rotary Club Schwalmstadt und der Verein zur Förderung der Konfirmationsstadt e.V. die Grundlage dafür, dass aus QR-Codes, Länderbeiträgen, Videos, Workshops und persönlichen Begegnungen ein dauerhaftes Bildungsprojekt wachsen kann.
Menschen, Schulen, Konfirmandengruppen, Gemeinden und Organisationen, die mitarbeiten oder einen Kontakt vermitteln möchten, können sich ab sofort melden.






